Ü-Partyveranstalter*in
Vorstellung:
Deutschland ist Single-Land. Rund 42 % der etwa 41 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik bestehen aus einer Person, vielleicht noch mit einem Haustier angereichert. Viele dieser Singles sind für Partys sehr aufgeschlossen, denn allein zu Hause fällt so manchem die Decke auf den Kopf. Nicht zu vergessen, dass so eine Party weit mehr Chancen eröffnet, eine/n PartnerIn zu finden als beim häuslichen Fernsehabend oder in der Stammkneipe mit den immer selben Gesichtern. Eine Party zu veranstalten ist kein großes Problem und es lässt sich damit richtig Geld verdienen.
Funktion:
Schon in den 1990er-Jahren kamen die ersten sogenannten Ü-Partys auf. Veranstaltungen für eine bestimmte Altersgruppe, beispielsweise über 30, über 40, über 50 oder über 60. Das besitzt mehrere Vorteile. Erstens ergibt eine homogene Altersgruppe einen harmonischen Partyverlauf, weil die Gesprächsthemen der Teilnehmer weitgehend angeglichen sind. Zweitens besteht kaum die Gefahr von Generationenkonflikten und drittens sind Personen über 30 in der Regel zahlungskräftiger und auch zahlungswilliger als Teens und Tweens.
Verdienstmöglichkeiten:
Verdient werden kann bei einer Ü-Party an den Eintrittsgeldern und an den ausgeschenkten Getränken. Da Partygäste lieber Geld für Getränke ausgeben, könnte das Eintrittsgeld damit versüßt werden, dass der Eintrittspreis ein Getränk beinhaltet. Wie hoch der Gewinn ist, hängt von den Kosten der Party und der Anzahl an Gästen ab. Über den Daumen gepeilt, bringt eine Ü-30-Party mit vielleicht 200 Gästen durchaus 300 bis 400 Euro Gewinn vor Steuern.
Voraussetzungen / Skills:
Organisationstalente sind als Ü-Partyveranstalter klar im Vorteil. Die passenden Räumlichkeiten müssen angemietet werden. Für Unterhaltung ist zu sorgen, Getränke organisiert und eventuell Tische und Stühle besorgt werden. Je nachdem muss vielleicht auch bei den örtlichen Ämtern eine Genehmigung eingeholt werden. Auf jeden Fall braucht es eine Veranstalterhaftpflichtversicherung und um die Abgabe an die GEMA ist meist auch nicht herumzukommen. Am Anfang steht jedoch das Marketing und dafür bieten sich die Social Media am ehesten an, gepaart mit Plakaten und Flyern.
Anleitung:
Zuerst steht die Suche nach einem guten Termin auf dem Programm. Idealerweise ein Freitag oder Samstag, an
dem keine anderen ähnlichen Veranstaltungen in der Region stattfinden. Der Termin sollte etwa 4 Wochen in der Zukunft liegen, damit die Werbemaßnahmen greifen können. Dann erst geht es auf die Suche nach einer passenden Lokalität. Vorsicht bei Nebenräumen von Gaststätten. Die jeweiligen GastronomInnen werden wahrscheinlich versuchen, so viel aus den Getränken für sich herauszuschlagen, dass Veranstalter kaum Gewinn machen. Voll ausgestattete Nebenräume von Lokalen sind zwar organisatorisch bequem, aber für den/die VeranstalterIn kaum lohnend. Besser sind leerstehende Gewerbehallen oder auch stillgelegte Gaststätten, die für einen Tag angemietet werden können. Getränkehändler bieten bei Veranstaltungen gerne Kommission an. Licht, Sound, Tische, Stühle sowie Theke lassen sich recht günstig anmieten. Es gibt jede Menge Hobby-DJs, die für wenig Geld die passenden Songs auflegen und ihr Equipment mitbringen. Bedienungen sind auch nicht schwer zu finden.
Sobald der Veranstaltungsort und der Termin feststehen, kann die Werbetrommel gerührt werden.
Pro und Contra:
Ü-Partys lassen sich überall aufziehen, sowohl auf dem Lande als auch in der Großstadt.
Unwägbarkeiten gibt es immer und sei es, dass am Tag der Veranstaltung ein Wirbelsturm übers Land zieht. Solche Risiken gehören dazu.
Fazit:
Nach wie vor steigt die Zahl der Singlehaushalte in Deutschland. Gute Aussichten für Ü-PartyveranstalterInnen.


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